ÄLTERE BAUEN MIT JÜNGEREN BRÜCKEN FÜR EUROPA

Der Kulturverein deutschsprachiger Frauen »Brücken« wurde am 1.12.2000 auf Anregung der in Marburg und Umgebung lebenden deutschsprachigen Einwohner Sloweniens gegründet. Das Bestreben des Vereins ist es, die sprachlichen, ethnischen und kulturellen Besonderheiten der deutschsprachigen Bevölkerung in Slowenien zu erhalten. In diesem Sinne vertieft und erweitert der Verein die Kontakte zu deutschsprachigen Einwohnern und zu ihren Nachfahren sowie an der deutschen Sprache und Kultur interessierten Personen in der Heimat und über die Grenzen Sloweniens hinaus.

Mehr: http://www.drustvo-mostovi.si/de 

Good-Practice: Projekt Ältere für Ältere, für mehr Lebensqualität zu Hause, Slowenien

Wenn die Kommunen ihrer Aufgabe nicht nachkommen (können), müssen die Älteren sich eben selbst helfen – so in etwa lässt sich der Ausgangspunkt des Projekts Ältere für Ältere, für mehr Lebensqualität zu Hause beschreiben. Mateja Kožuh Novak hat die Hilfe zur Selbsthilfe zusammen mit anderen konzeptuell entwickelt und treibt sie seit 2004 großflächig voran. Das Projekt sieht vor, dass die jüngeren Senioren einer Gemeinde, also diejenigen in der Altersgruppe von 59 bis 69 Jahren, systematisch alle älteren Mitbürger ab 70 Jahren zu ihrem Gesundheitszustand, ihrer Wohnsituation und sozialen Anbindung sowie zu ihrer Hilfsbedürftigkeit befragen. Über 80-Jährige werden von den ehrenamtlichen Befragern einmal jährlich aufgesucht, über 70-Jährige alle zwei Jahre.

Erfahrungsgemäß offenbart sich bei etwa einem Viertel der Befragten ein Wunsch nach Unterstützung – meist nach mehr Gesellschaft oder ein wenig Hilfe im Alltag, etwa beim Einkauf oder beim Putzen. Für regelmäßige Besuche und überschaubare Hilfestellungen stehen die Ehrenämtler selbst bereit. Sie übernehmen damit Aufgaben, die typischerweise von Angehörigen verrichtet werden, die aber aufgrund der gestiegenen Mobilität nicht immer vor Ort sind. Wenn die Befragten hingegen angeben, unter größeren Notlagen zu leiden, so übermitteln die Ehrenämtler den Bedarf an den lokalen Projektkoordinator, der diesen dann an passende Projektpartner weitergibt, etwa ans Sozialamt, das Rote Kreuz oder die Caritas.

Da Ältere für Ältere die Betagten zu Hause aufsucht, findet das Projekt mitunter Bedürftige, die sich in einer Notlage nicht von sich aus bei Sozialamt oder Wohlfahrt melden und damit unentdeckt bleiben. „Gerade die Menschen mit dem größten Bedarf leben oft versteckt“, sagt Mateja Kožuh Novak. Das Auffinden dieser verborgenen Problemfälle ist somit eine große Stärke des Projekts. Eine weitere liegt darin, dass die Ergebnisse der Befragungen digital erfasst und den Partnern bei Kommune und Wohlfahrt zur Verfügung stellt werden, sofern die Befragten damit einverstanden sind. Somit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Feststellung der kommunalen Bedarfe.

Auf bestehenden Strukturen aufbauen

Das Projekt deckt inzwischen 64 Prozent der slowenischen Landesfläche ab und erreicht 58 Prozent aller über 69-Jährigen. Dies schafft es mit einer Heerschaft von über 3.500 Freiwilligen – und weil es auf bereits bestehenden Strukturen aufsetzen konnte: Fast allerorten in Slowenien gibt es als Vermächtnis der Gewerkschaften lokale Rentnerorganisationen. Diese sind in einem Verband zusammengeschlossen, dessen früher Präsidentin Mateja Kožuh Novak die war, die Ältere für Ältere mitentwickelt hat. In ihrer Funktion als Präsidentin konnte sie für das Projekt werben und gut 300 der 512 lokalen Rentnerorganisationen zum Mitmachen bewegen. Leicht war dies ihren Erzählungen nach nicht. Zwar hätten die lokalen Organisationen ihre betagten Mitglieder schon immer zu besonderen Anlässen besucht, doch die Ausdehnung auf alle Bürger und regelmäßigere Besuche sei anfangs als Anliegen „verrückter alter Frauen“ abgetan worden.

So sieht das Projekt heute niemand mehr. Im Ministerium für Arbeit, Familie, Soziales und Gleichstellung ist man überzeugt, dass die im Projekt gelebte Solidarität unter Älteren eine wichtige Präventionsmaßnahme ist, die die stationäre Pflege hinauszögert oder gar vermeidet. Staatssekretär Davor Dominkuš erklärt, dass der Besuch durch Sozialarbeiter oder Gemeindeschwestern oft als peinlich und stigmatisierend empfunden würde. „Sich gegenüber jemandem aus der gleichen Altersgruppe zu öffnen, fällt den Betagten viel leichter“, meint er. Die Zahlen geben ihm Recht: Lediglich bei 1,4 Prozent der aufgesuchten Älteren bleiben die Fragebögen unbeantwortet oder die Türen verschlossen.

Das Ministerium ist der größte Geldgeber des Projekts, gefolgt von der nationalen Lotterie. Von den Kommunen, in denen das Projekt umgesetzt wird, wird ebenfalls ein finanzieller Beitrag erwartet. Die nutznießenden Älteren hingegen müssen sich nicht an den Kosten beteiligen. Die Einnahmen werden für zwei hauptamtliche Mitarbeiter, für Reisekostenerstattungen und für regelmäßige Schulungen der Freiwilligen gebraucht. Insbesondere die Digitalisierung der Befragungsergebnisse muss laut Mateja Kožuh Novak immer wieder geübt werden – und auch das Nein-Sagen, da bedürftige Älteren den Freiwilligen manchmal zu viel abverlangen. Neben den offiziellen Schulungen, die einmal im Jahr stattfinden, tauschen sich die Freiwilligen in den einzelnen Gemeinden regelmäßig miteinander aus, um sich Ideen für schwierige Fälle und Antrieb fürs eigene Engagement zu holen.

Neben knappen Mitteln ist der fehlende Zugang zu den offiziellen Melderegistern die größte Herausforderung. Die Bürgermeister helfen meist bereitwillig, sie zu überwinden. In Zukunft könnte eine weitere Schwierigkeit hinzukommen: Viele Freiwillige sind seit Projektbeginn 2004 dabei und kommen allmählich selbst in das Alter, in dem sie Hilfe eher benötigen als anbieten können. Zwar wachsen rüstige Senioren nach, doch anders als ihre Vorgänger werden viele von ihnen etwas zu ihrer Rente hinzuverdienen müssen und damit weniger Zeit für soziales Engagement haben, so zumindest die Befürchtung.

Doch es scheint auch ein wenig Optimismus für das Projekt angebracht, schon allein weil die Älteren in Slowenien eine solch starke Lobby haben. Im Projekt wird auch über die Ausweitung hin zu einem intergenerationellen Ansatz nachgedacht.

Am 3. 5. 2016 haben wir ein Workshop an der Universität Maribor, an der Fakultät für Energie in Krsko durchgeführt.

Foto: FE Krško

Herr Anton Jezernik hat die Arbeit an dem Projekt vorgestellt. Teilnehmende Mitarbeiter des SLO Projektes haben als pensionierte Fachleute kurz  ihre Erfahrungen aus  ihrem Arbeitsleben vorgestellt, und dann den Fragenden Antworten gegeben. In der abschließenden Diskussion gab es einen gegenseitigen Fragen- und Meinungsaustausch. Auch Vorschläge zur  generationsübergreifenden Zusammenarbeit wurden ausgetauscht.

Die Studierenden haben der Umfrage erfullt.

Nach der Umfrage gab es eine Diskussion, mit Studenten, Herr Prof. Andrej Predin und die Mitglieder der Projektgruppe " Ältere bauen mit Jüngeren Brücken für Europa). " Die Schüler waren besonders daran interessiert, welche Möglichkeiten gibt es für weitere Studien und Beschäftigungsmöglichkeiten nach dem Studium.

Foto: FE Krško

 

 

Die Workshop-Teilnehmer waren zufrieden mit dem Austausch von Ansichten und haben vorgeschlagen, dass die Zusammenarbeit zwischen den älteren und jungen Menschen fortgesetzt sein sollte.

1. Datum der Ausführung: 3.5.2016

2. Die Tragenden des Workshops:

Vertreter FE: prof. dr. Andrej Predin, doc. dr. Gorazd Hren

Vertreter des SLO Projektes: Dr. A. Jezernik, J.Štiglic, F. Bastl

Studenten des 3 Jahrgangs  von FE: Voraussichtlich 10

3. Die Umfrage: vorbereitet vom FE und Vertreter des SLO Projektes. Die Umfrage wird im Workshop den Studenten vorgelegt.

4. Die Umfrageergebnisse und Schlussfolgerungen von Darstellern

5. Anhang:

  • Die Tagesordnung des Workshops :

Vorstellung der Teilnehmer und Anbieter vom Workshop: Vertreter von FE

Präsentation der slowenischen Vertreter: Dr. A. Jezernik, J.Štiglic, F. Bastl

Durchführung der Erhebung und Diskussion

Verschiedenes

 

  • Fragebogen

In allen Schulen und Hochschulen, wo Workshops zwischen den Generationen stattfinden werden, haben wir bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2015 Kontakte mit den Leitern und anderen Mitarbeitern dieser Institutionen angeknüpft. Alle haben die Ausführung dieses Workshops unterstützt und auch den Wunsch geäußert, sich an dem Projekt Die Brücken zu beteiligen. Mit den Mitarbeitern von Schulen und Fakultäten haben wir uns bereit erklärt, die Tagesordnung von Workshops, Umfragen und die Inhalte zu bestimmen. Teilnehmende Mitarbeiter des SLO Projektes haben als pensionierte Fachleute in den Workshops kurz  ihre Erfahrungen aus  ihrem Arbeitsleben vorgestellt, und dann den Fragenden Antworten gegeben. In der abschließenden Diskussion gab es einen gegenseitigen Fragen- und Meinungsaustausch. Auch Vorschläge zur  generationsübergreifenden Zusammenarbeit wurden ausgetauscht.

Im Mai und Juni 2016 führen wir einen weiteren wichtigen Workshop mit Studenten und Mitarbeitern der Universität Maribor aus, und eins an der Universität Ljubljana. Im September 2016 führen wir noch  eins  im Schulzentrum Velenje.

Vertreter des SLO-Projektes gründen eine konkrete generationsübergreifende Zusammenarbeit mit allen Altersgruppen von Jugendlichen. Im Rahmen  dieser Zusammenarbeit werden die erklärten Ziele des Projektes Brücken zwischen den Älteren und den Jüngeren für Europa aktualisiert. Zu den  zentralen Themen des Projektes Brücken zwischen Älteren und  Jüngeren in Europa gehören detaillierte Informationen über die Studien und Möglichkeiten der Beschäftigung von Jugendlichen, Einführung  junger Menschen in alle Arbeitsbereiche, vor allem in die,  die für den Erfolg von Slowenien und der EU von wesentlicher Bedeutung sind.

 

Anton Jezernik