ÄLTERE BAUEN MIT JÜNGEREN BRÜCKEN FÜR EUROPA

Umfrage für Generationengespräche im familiären Kontext- Landwirtschaft

Ausgangssituation - Gesamtkonzept
Seit dem EU Beitritt haben sich die Bedingungen in der österreichischen Landwirtschaft sehr verändert. Themen wie eine zu kleinstrukturierte aber ‚gesunde‘ Landwirtschaft, Förderlogik, Aufzeichnungspflichten, etc. sind zum täglichen Gesprächsstoff geworden. Diese Entwicklungen haben notwendige aber auch schwierige Rahmenbedingungen geschaffen. Die Landwirtschaft ist als ein sehr traditionell angelegter Bereich ist mit vielen Veränderungen und Umbrüchen konfrontiert.
Mit der Kooperationspartner-Schule, der Land- und Forstwirtschaftlichen Fachschule Alt-Grottenhof in Graz, Tradition und Innovation seit 150 Jahren in Graz, hat die GEFAS STEIERMARK das Thema ‚Generationengespräche‘ im Rahmen des Projektes „Ältere bauen mit Jüngeren Brücken für Europa“ etwas anders angelegt:
Eine Fragebogenerhebung in der Schule untersucht die Bilder zu bestehenden ‚Generationengesprächen bzw. –lernen‘ in der Landwirtschaft im familiären Kontext (Schüler_innen, Eltern, Großeltern) sowie die Reaktion der jungen Menschen auf die oben beschriebenen Veränderungen in der Landwirtschaft. Mit einer relativ einfachen Frage nach den ‚Empfehlungen für Menschen aus der Stadt‘ wird der Blick über den Tellerrand (aus den klassischen Kontext) hinaus gesucht.
Nach Auswertung der Ergebnisse wird versucht, in diesem berufsbildenden Segment einen Ansatz für eine Zusammenarbeit zu finden, und in einem ähnlichen Modus wie an der NMS Fröbel im Idealfall sogar mit der NMS den Austausch zu Berufswelten (im interkulturellen Kontext) durchzuführen.


Kooperation
Für die Umfrage im Bereich Landwirtschaft konnten wir die Land- und Forstwirtschaftlichen Fachschule Alt-Grottenhof in Graz, Tradition und Innovation seit 150 Jahren, gewinnen. An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei den jungen Menschen für ihre Mitarbeit bedanken.


Ziele
Das Ziel der Umfrage war es, inwieweit ein Wissenstransfer zwischen den Generationen, Großeltern, Eltern in der Landwirtschaft erfolgt und wie diese Erfahrungen eine „Verwertung“ erfahren.
Ein weiteres Ziel war es, die Stimmung für Chancen und Entwicklung (in Bezug auf die laufenden Veränderungen in der EU) im landwirtschaftlichen Berufssegment abzufragen.
Ebenso wurden Ideen abgefragt, welche man für die Bildung der Kinder aus dem urbanen Raum entwickeln und realisieren kann, um den landwirtschaftlichen Bereich den Kindern näher zu bringen.


Methode der Umfrage
Die Befragung wurde anonym durchgeführt. Der Fragebogen war mit einem statistischen Teil und Teil mit offen Fragen gestaltet. Es mussten nicht alle Fragen beantwortet werden.

Konklusio
Durch diese Befragung konnten der Wissenstransfer und die Sicherung von Wissen zwischen den Generationen innerhalb eines „Familienbetriebes“ gezeigt werden.
Weiters wurde die Sichtweise der jungen Menschen in Bezug auf die Landwirtschaft dargestellt, wo sehen sie Entwicklungsfelder / Chancen und wo die derzeitige Struktur (Preisentwicklung) eine Belastung darstellt.
Erfreulich ist, dass der Umweltgedanke sowie der Trend zur Biolandwirtschaft bereits stark ausgeprägt und verankert ist und die Jugendlichen nach wie vor in diesen Bereichen Entwicklungsmöglichkeiten für ihre Zukunft sehen.
Die Ideen von kleineren Betriebsstrukturen, Selbstversorgung, Direktvermarktung und Landwirtschaft im Nebenerwerb lassen für die Gesellschaft die Hoffnung keimen, dass die wertvolle Arbeit der Landwirte_innen weiterbestehen bleibt.
Neue Technik kombiniert mit Generationenwissen und Umweltbewusstsein sowie die Pflege der Natur werden die Landwirtschaft in der Zukunft prägen.


Weitere Schritte
Ein weiterer Schritt aus dem Ergebnis der Umfrage wäre eine Angebotsentwicklung mit unterschiedlicher Vielfalt, d.h. von Workshops bis zu Schnuppertagen, Ausstellungen etc. welche von Menschen genutzt werden können, die im Alltag nur auf der Seite der Konsumenten zu finden sind.
Als Kooperationspartner könnten Kindergärten, Schulen (alle Schulstufen), Elternvereine gewonnen werden.
Ziel dieses Angebotes könnte die Bewusstseinsbildung für folgende Bereiche sein:
• Wo werden unsere Lebensmittel produziert?
• Welcher Arbeitsaufwand / Einsatz ist für die einzelnen Lebensmittel notwendig?
• Landschaftspflege
• Aktive Mitarbeit, um ein Verständnis für den Einsatz der Landwirte_innen zu bekommen
• Umwelt und Natur
• Technik am Bauernhof
• Nahrungsmittel im Jahreskreislauf


Auswirkungen / Nutzen
Durch die Befragung wurde den Schüler und Schülerinnen eine Möglichkeit geboten, sich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Ansatz beschäftigen. Weiters wurden sie angeregt sich über ihre berufliche Zukunft Gedanken zu machen.
Ein weiterer Punkt war, die Formulierung ihrer persönlichen Werte und Wertehaltung, diese zu betrachten und zu sehen wie diese innerhalb eines Familienverbundes geprägt wurde und wird.
Für das Teilprojekt „Generationengespräche“ war es die Möglichkeit den Wissenstransfer und die Erhaltung von Wissen auf Basis eines „Familienbetriebes“ sichtbar zu machen.

Anregungen für weitere Forschungsbereich
Mögliche weitere Arbeiten im Rahmen von Projekten wäre eine breitangelegte Untersuchung, wie die Landwirte_innen ihre Zukunft gestalten möchten.
Welche Kooperationen gut und weniger gut funktioniert haben und welche Kooperationsformen für die Zukunft eine Chance darstellen.
Der Umgang mit Lebensmittel im ländlichen und urbanen Raum, gibt es Unterschiede und wenn ja, welche.

Für Europa
Eine Chance für kleinstrukturierte landwirtschaftliche Betriebe zu entwickeln. Durch das Zusammenwachsen der Menschen aus den urbanen und ländlichen Raum ein Zukunftsprojekt zu entwickeln.